Historie

 

Am 10. November 1920 beginnt die Geschichte unseres Vereines. Die Gründungsmitglieder zu denen Franz Kriechbaum, damaliger Bürgermeister, Pfarrer Rapolder, Amelie Guggemos, Babette Lobensommer, Luise Knauer, Josef Berger und der Arzt Heinrich Dhom gehörten, kamen an diesem Tag zusammen, um die bereits verfasste Satzung zu unterzeichnen.

Doch wie konnte in solch’ großer Not ein Verein entstehen, der es sich zum Ziel gesetzt hat, den Gemeindearmen Obdach zu gewähren, Kranke zu versorgen und nichtschulpflichtigen Kindern eine „gottesfürchtige Erziehung anteilig werden zu lassen“? Den unermüdlichen, schwierigen Vorverhandlungen der Frauen des Roten Kreuzes, allen voran Amelie Guggemos, ist dieses zu verdanken.

Die Erfolgsgeschichte reicht jedoch noch weiter zurück: Es ist die Geschichte der Katharina Egger, einer Endorfer Bürgerin, die zum Wohle der Gemeindearmen ihr Anwesen zu besonders günstigen Bedingungen dem wohltätigen Zweck zur Verfügung stellte. Als im November jenes Jahres die Generalversammlung ihre Sitzung schloss, ahnte sie noch nicht, dass in 100 Jahren dieser Verein – der Katharinenheim Endorf e.V. – durch alle Höhen und Tiefen hinweg, die Absicht der Stifterin nie vergessen hat: Jedem ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Die Geschichte unserer Stifterin Katharina Egger ist für uns Auftrag und Verpflichtung zugleich!

Chronik

10.11.1920 Gründungsversammlung Satzung und Namensgebung: Kinderbewahranstalt und Landkrankenpflege Katharinenheim Endorf 07.04.1921 Begrüßung der drei Mallersdorfer Klosterfrauen Schwester Amora, Oberin und Kinderkrankenschwester, Schwester Nonata, Krankenschwester Schwester Elzeria, Krankenschwester 02.05.1921 Eröffnung der Kinderbewahranstalt mit 25 Kindern 12.03.1922 Katharina Egger erlag ihrem unaufhaltsamen Leiden 01.10.1923 Eröffnung der Handarbeits- und Nähschule März 1926 16 Senioren haben im Katharinenheim ein Zuhause gefunden. 1934 – 1940 Während dieser Zeit wurden keine Einträge gefunden 13.12.1942 Beschluss über die Gemeinnützigkeit 11.04.1946 Der Vorstand beschloss: „… sobald geeignete Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, wird die Kanalisation des Hauses an den Gemeinde-Kanal in Angriff genommen, um endlich ein sehr dringendes Bedürfnis abzustellen …“ 1954 Erste Zusammenarbeit mit Caritas München 27.11.1966 Bau einer „Spielhalle“, in der 70 Kinder „bei Wind und Wetter“ betreut werden konnten 1968 Der Vorstand beschloss: „… die Einstellung von weltlichen Altenpflegerinnen wird sich in Zukunft nicht umgehen lassen. Weltliche Schwestern haben Anspruch auf Tariflohn, Unterbringung und soziale Leistungen. Will das Katharinenheim künftig weiterhin rentabel wirtschaften, und nicht dem Gemeindesäckel zur Last fallen, muss die Zahl der Betten im Altersheim erhöht werden …“ 11.04.1969 Hebfeier für den neuen Trakt des Katharinenheims, den heutigen Westflügel. Nun fanden 58 „Insassen“ ein Zuhause im Katharinenheim. 06.07.1971 Eine Telefon- und eine Schwestern-Notrufanlage wird installiert. 10.07.1974 Die staatliche Anerkennung des Kindergartens Katharinenheim wurde beauftragt 16.07.1980 Der Vorstand beschloss, die Antennenanlage zu verstärken, da: „… immer mehr Heimbewohner ihren Fernsehapparat mitbringen …“ 28.11.1984 Schwester Oberin Adelgaria stellte den Antrag, dass die Bewohnerzimmer nach und nach mit Toiletten ausgestattet werden sollen. 01.10.1988 Einweihung des Kindergarten Glühwürmchen in Hirnsberg als Außenstelle des Kindergartens Katharinenheim. 18 Kinder besuchten den Kindergarten. 1993 Angliederung des Kindergartens Am Kirchplatz 24.11.1995 Einweihung eines neuen Pflegetraktes – dem heutigen Ostflügel – mit 92 Betten 01.01.1998 Der Sozialpädagogische Fachdienst wurde gegründet mit der Einstellung einer Sozialpädagogin. 01.04.1998 Erstmalig wird eine Pflegedienstleitung und eine Hauswirtschaftsleitung eingestellt. 1997 Eröffnung des Service Wohnen im Haus Marie-Luise 1998 Der beschützende Wohnbereich für dementiell erkrankte, weglaufgefährdete Senioren entsteht. 1998 Erstmalig soll die Essensversorgung der Bewohner mit einem Küchenteam und einem eigens dafür eingestellten Chefkoch ausschließlich vom Katharinenheim betrieben werden. 1999 Der Verein übernimmt die Trägerschaft für zwei zeitlich begrenzte Projekte aus dem Bereich der Behindertenarbeit: • Behindertenführer für Stadt und Landkreis Rosenheim • Wohngemeinschaft für behinderte Jugendliche und Erwachsene 13.08.2001 Eröffnung des Wohnbereich Franziskus am Bahnhofplatz von Bad Endorf 01.01.2004 Angliederung des Kindergartens Villa Kunterbunt – Betriebskindergarten der Simsseeklinik- an unseren Verein 08.10.2005 Die Leiterin der Nähschule, Schwester Oberin Adelgaria, feiert 50jähriges Jubiläum 31.08.2006 Auflösung des Konvents der Mallersdorfer Schwestern im Katharinenheim. Offizielle Verabschiedung der letzten Mallersdorfer Ordensfrauen, Schwester Oberin Adelgaria und Schwester Alexa 2005 Übernahme des ambulanten Angebots Essen auf Rädern von der Simsseeklinik 26.05.2006 Ministerpräsident Edmund Stoiber und seine Frau Karin besuchen das Katharinenheim 12.02.2007 Eröffnung des Café Nähstüberl in den Räumen der ehemaligen Nähschule 2007 Spatenstich für ein weiteres Seniorenheim in Thansau / Rohrdorf: Das Seniorenwohnen Haus St. Anna entsteht. Ein neues Service-Angebot „Daheim Betreut Wohnen“ wird etabliert Das Angebotes “Service Wohnen im Haus Marie-Luise” wird beendet 16.11.2008 Eröffnung des Seniorenwohnen Haus St. Anna in Thansau 2009 Neues Service-Angebot: Impuls-Cafés, Betreuungsgruppen in den Häusern Katharina und St. Anna werden etabliert Das ambulante Angebot wird ausgebaut: Gründung und Ausbildung eines Helferkreises zur ambulanten Betreuung dementer Senioren. Das Café Nähstüberl öffnet sich an Samstagnachmittagen nach außen, es entsteht ein Treffpunkt für Senioren aus dem Katharinenheim und Endorfer Bürger 2010 Angehörige sollen entlastet werden: Tagespflegeplätze in beiden Häusern des Vereins sorgen erfolgreich dafür 29.09.2013 Das Haus Moser – unser Servicewohnen für Senioren – wird eröffnet 17.11.2017 Die Teilsanierung des Westflügels wird abgeschlossen. Der sanierte Teil -heute Mittelbau genannt – wird eingeweiht 31.12.2017 Unser Angebot – stationäres Wohnen- im Haus Franziskus wird beendet. Der Mietvertrag läuft aus. 2018 Das Seniorenwohnen Haus St. Anna in Thansau feiert das gesamte Jahr sein 10jähriges Jubiläum. März 2019 Der Verein bekommt im März 2019 ein neues Gesicht. Die Homepage wird erneuert, Briefbögen, Flyer, Präsentationsmappen und Visitenkarten werden neu gestaltet und, ein neues Logo hält Einzug … insgesamt macht sich Aufbruchsstimmung ins neue Jahrhundert des Vereins breit. 17.06.2019 Die Situation der Tagespflege in Bad Endorf wird verbessert. Sie zieht ins Erdgeschoss des Westflügels und gibt sich einen neuen Namen: „Zur Kathl“ Und so sieht unsere Gegenwart aus: Am 10. November dieses Jahres – 2019 – wird der Spatenstich für den Südwestbau stattfinden, ein Bau, in dem ausschließlicher Menschen betreut werden, die im Alter an Demenz erkrankt sind. Sie sollen ein Zuhause finden, das nach ihren Bedürfnissen gestaltet ist und ihrer Wahrnehmung entgegenkommt. Ebenfalls am 10. November 2019 beginnt das Jubiläumsjahr zum 100jährigen Bestehen des Vereins – an diesem Datum wurde vor 99 Jahren unser Verein von aus damaliger Sicht „Visionären“ gegründet. Ebenfalls 2019 soll die Grundsteinlegung für eine neue Küche stattfinden. Unser Essen ist vielerorts gefragt, von unseren Kindergärten ebenso wie von Kindergärten in der Umgebung. Senioren, die bei uns wohnen und solche, die von uns betreut in ihren eigenen vier Wänden leben, auch sie werden vom Katharinenheim bekocht. Die Anfrage nach Essen auf Rädern steiget und damit auch die Anforderungen an die, inzwischen zu klein gewordener Küche. Um all die Bedarfe bedienen zu können, hat der Vorstand den Neubau einer Küche auf dem Grund vor dem Höhensteigergelände befürwortet und die Mitgliederversammlung hierzu im Mai 2019 ihre Zustimmung gegeben. In naher Zukunft ziehen die beiden Kindergartengruppen, die derzeit im alten Kindergartengebäude in der Kindertagesstätte Katharina untergebracht sind in neue Räumlichkeiten, die auch Platz für unsere Krippengruppen bieten werden. Das alte Kindergartengebäude wird dann auch bald Geschichte sein … Das Kapitel Entstehungsgeschichte ist mit diesem Datum zunächst einmal zu Ende geschrieben – bis zum nächsten Jubiläum wohl, dann wird es wieder „aufgemacht“ … Aus Katharina Eggers Zeiten stammen die Worte:

Möge das edle Werk (…) über Generationen seinen Segen ausbreiten (…) zum Wohle derjenigen Alten und Armen, die ihren Lebensabend im Heime zubringen.

Über 100 Jahre ist es vielen Menschen, die sich im Verein engagiert haben, gelungen diesem, aus den Anfangszeiten unseres Vereins stammenden Wunsch zu folgen. So wird es hoffentlich auch die nächsten 100 Jahre sein. Vielleicht in etwas abgewandelten Form, das könnte dann so klingen:  

Möge das edle Werk (…) auch weiterhin über Generationen seinen Segen ausbreiten (…) zum Wohle der Kinder, Senioren und deren Angehörige, die wir mit Unterstützung durch unseren Verein ein Stückweit durchs Leben begleiten dürfen.